Deutscher Osthandel startet als Top-Performer ins Jahr

 

Der deutsche Außenhandel mit den vom Osteuropaverein betreuten 29 Ländern verzeichnete in den Monaten Januar bis Mai 2017 einen Zuwachs von 9,5% im Vergleich zum Vorjahr.

Die Geschäfte deutscher Unternehmen mit und in Mittel- und Osteuropa, Südosteuropa, dem Kaukasus und Zentralasien entwickeln sich damit erfreulich positiv. Osteuropa bleibt ganz klar nicht nur bevorzugter Zielmarkt, sondern auch ein Zugpferd der deutschen Wirtschaft.

Unsere Nachbar- und EU-Partnerländer Polen, Tschechische Republik und Ungarn stehen weiterhin nicht nur an der Spitze der deutschen Osthandelspartner, sondern konnten diesen Vorsprung von einem bereits hohen Niveau aus behaupten und teilweise sogar weiter ausbauen. Top-Performer unter den Handelspartnern ist Polen, das mit einem Anteil von EUR 44,9 Mrd. am gesamten Osthandelsumsatz von EUR 176,7 Mrd. von Januar bis Mai 2017 beteiligt war. Auch mit der Tschechischen Republik hat die deutsche Wirtschaft im selben Zeitraum allein um EUR 5,5 Mrd. höhere Handelsumsätze erzielt als mit allen ehemaligen Sowjetrepubliken (ohne Baltikum) zusammengenommen. Grundlage dafür ist die weit vorangeschrittene Verflechtung der deutschen Volkswirtschaft mit den Volkswirtschaften der mittelosteuropäischen Länder entlang der Wertschöpfungsketten und das starke geschäftliche Engagement nicht nur deutscher Großunternehmen, sondern insbesondere auch des Mittelstands.    

Erfreulich haben sich auch die Handelsbeziehungen zu den baltischen Staaten und den Ländern Südosteuropas weiterentwickelt. Hier ist besonders hervorzuheben, dass nicht nur die deutschen Exporte in diese Länder eine positive Tendenz ausweisen, sondern auch die Einfuhren nach Deutschland in zweistelligem Bereich wachsen, da die Produkte dieser Länder zunehmend wettbewerbsfähiger werden. Spitzenreiter sind hier Rumänien mit 26% und Albanien mit 21% mehr Ausfuhren nach Deutschland, gefolgt von Lettland, Estland und Bulgarien mit einem Plus von jeweils 20% sowie Slowenien. Auch das Kosovo verzeichnet eine starke Exportzuwachsrate, jedoch nur mit geringen Warenumfängen. Einen starken Einbruch haben die Außenhandelszahlen in Südosteuropa nur für Montenegro infolge andauernder innenpolitischer Auseinandersetzungen und wirtschaftlicher Instabilität ausgewiesen.

Eine erfreuliche und spürbare Wiederbelebung konnte im Handel mit Russland seit Jahresbeginn verzeichnet werden: sowohl bei den Exporten als auch beim Handelsumsatz betrugen die Zuwachsraten über 30%. Gleichwohl ist der Umfang und Wert der bilateralen Warenströme noch weit von denen früherer Jahre entfernt, da die russische Wirtschaftsentwicklung weiterhin durch die Nachwirkungen der Rezession, die gesunkenen Staatseinnahmen und Investitionen sowie fehlende Strukturmaßnahmen ausgebremst wird.

Auch für die mit der EU durch Assoziierungsabkommen verbundenen Länder Ukraine, Georgien und Moldau sind seit Jahresbeginn durchweg positive Handelsumsätze mit Wachstumsraten im zweistelligen Bereich festzustellen. Die rechtsstaatlichen und wirtschaftlichen Transformationsprozesse tragen damit erste Früchte, wobei jedoch weiterhin eine große wirtschaftliche Volatilität und weiterer Reformbedarf besteht. Die Ukraine nimmt nunmehr nach Russland wieder den 2. Platz unter den deutschen Außenhandelspartnern aus den postsowjetischen Republiken ein.

Für die beiden südkaukasischen Republiken Aserbaidschan und Armenien wird für den Jahresbeginn 2017 der größte Rückgang in den bilateralen Handelsumsätzen mit Deutschland unter den postsowjetischen Republiken ausgewiesen. Während Aserbaidschan aufgrund der reformbedürftigen und nur gering diversifizierten Wirtschaft stark unter den gesunkenen Öleinnahmen leidet und die Importe stark drosseln musste, hat das Nachbarland Armenien mit politischer Instabilität und eingeschränkten Exportmöglichkeiten zu kämpfen.

In den zentralasiatischen Republiken ist Kasachstan weiterhin der mit Abstand wichtigste Handelspartner deutscher Unternehmen. Das rückgängige Handelsvolumen aufgrund des Ölpreisverfalls in den letzten Jahren weist gegenwärtig mit Zuwachsraten von 36% gegenüber dem Vorjahr wieder in eine deutlich positive Umkehrtendenz aus. Von wesentlich niedrigerem Ausgangsniveau, aber ebenfalls mit klarer Wachstumstendenz entwickelt sich der jahrzehntelang stagnierende bilaterale Handel mit Usbekistan. Das bevölkerungsreichste Land Zentralasiens hat umfangreiche wirtschaftliche Reformschritte in Angriff genommen und eröffnet damit neue Geschäftschancen für die deutsche Wirtschaft.

Die Außenhandelszahlen für alle 29 Länder Mittel-, Südost- und Osteuropas, des Südkaukasus und Zentralasiens finden Sie hier in unserer aktuellen Übersicht.

Kontakt

  • Kochlowski-Kadjaia, Ute

    Ute Kochlowski-Kadjaia

    Geschäftsführerin Berlin / Hamburg

    Tel. +49 (30) 720 15 15 - 0
    info@osteuropaverein.org

 

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